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Einzelteile

 

Hier finden Sie die Arbeiten Thomas Wörtches, die nicht im Rahmen der Kolumnen entstanden - Essays, Vorträge, Besprechungen, Interviews, Arbeiten fürs Radio. Es sind dies seine Beiträge zur Kriminalliteratur, die entstanden sind, seit Thomas Wörtche seine olle Schreibmaschine gegen einen vorsintflutlichen Commodore eintauschte. Wir präsentieren Ihnen die Texte in ihrer Rohfassung - sie wurden direkt von Diskette ins Netz gestellt.

Aus urheberrechtlichen Gründen haben wir die Beiträge mit neuen Überschriften versehen - wenn Sie nach den Printversionen fahnden, dann orientieren Sie sich nicht an den Überschriften, die hier über den Beiträgen stehen.

 

Planlos in Kapstadt
Südafrika ist zum Land großartiger Kriminalliteratur geworden. Neu erschienen ist von Mike Nicol der Roman »Payback«, erster Teil einer kriminalliterarischen Trilogie über das Neue Südafrika seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nicol erzählt von der Vergangenheit, die zurückschlägt, und porträtiert eine Gesellschaft, die eigentlich in Frieden leben möchte, aber nicht zur Ruhe kommen kann.
Deutschlandradio Kultur, 06.01.2012
 
Satire mit Mord und Horror
Elterlicher Ehrgeiz kann grenzenlos sein - und über Leichen gehen. Auch über Kinderleichen. Dann etwa, wenn der eigene Nachwuchs auf der Warteliste für ein prestigeträchtiges Berliner Gymnasium positioniert und die unliebsame Konkurrenz auf den Spitzenplätzen aus dem Weg geräumt werden soll. Rob Alef zeichnet in seinem dritten Kriminalroman »Kleine Biester« das Sittenbild einer selbstgefälligen, aufstrebenden Mittelschicht, das er mit einer Prise Horror würzt.
Deutschlandradio Kultur, 23.11.2011
 
Im Gleichschritt aus den Niederungen
Seit den Zeiten der Sonntagszeitungs-Comics gehören Kriminalliteratur und Comics zusammen. Gemeinsam haben sie den Weg aus den Niederungen der Literatur bis zur den Höhen des aktuell boomenden Marktes beschritten. Thomas Wörtche stellt Ihnen ein paar aktuelle kriminalliterarische graphic novels vor
Die Zeit, KRIMI-Spezial, 03.11.2011
 
Burnout in Florida
Irvine Welsh, seit seinem Debüt »Trainspotting« weltberühmter schottischer Autor, erzählt in seinem neuen Roman »Crime« von einem Cop aus Edinburgh, der sich in Florida von seinem Burnout erholen will. Nach einer durchzechten Nacht indes sieht sich der Polizist mit einem pädophilen Ring konfrontiert, und er versucht mit allen Mitteln ein zehnjähriges Mädchen vor ihren Peinigern zu retten. Die flotte Story in guter hardboiled-Tradition unterbricht Welsh mit manieriert erzählten Rückblenden, in denen sich die Vorgeschichte der Hauptfigur entfaltet.
Deutschlandradio Kultur, 01.11.2011
 
Rachefeldzug durchs Wirtschaftswunderland
Ein Jahr vor seinem Welterfolg »Der Pate« veröffentlichte Mario Puzo unter dem Pseudonym Mario Cleri einen kleinen, trashigen Roman über einen ehemaligen amerikanischen Agenten, der von den Nazis bestialisch gefoltert wurde, und Jahre später nach Europa zurückkehrt, um sich an seinen Peinigern zu rächen. Obgleich sprachlich eher aus grobem Holz geschnitzt, überzeugt das Buch mit diversen Miniaturen aus dem deutschen Nachkriegs-Alltagsleben, die die feiste Selbstgefälligkeit einer vom Wirtschaftswunder berauschten Wohlstandsgesellschaft dokumentieren.
Deutschlandradio Kultur, 28.09.2011
 
Tatort Baltimore
Mit 20 Jahren Verspätung ist David Simons True-Crime-Klassiker »Homicide« jetzt auf Deutsch erschienen. Getarnt als "Polizeipraktikant" hatte der Autor ein Jahr lang die Cops in Baltimore auf ihren mörderischen Straßen begleitet. In seiner 800 Seiten umfassenden Reportage, die Grundlage der famosen TV-Serien »Homicide« und später »The Wire«, wurde, beschreibt David Simon den Polizei-Alltag als ein Kontinuum aus Mord und Gewalt, als pausenlose Konfrontation mit den schlechtesten Seiten der menschlichen Natur.
Deutschlandradio Kultur, 20.09.2011
 
Zwischen Kleist und Grisham
Der Berliner Anwalt Ferdinand von Schirach ist bisher mit zwei Story-Bänden in Erscheinung getreten, die bei Kritik und Publikum äußerst erfolgreich waren, und ihm sogar den Kleist-Preis einbrachten. Mit »Der Fall Collini« debütiert von Schirach nun als Roman-Autor. Das Buch um einen jungen Strafverteidiger stellt sich deutlich in die Tradition der Gerichtsthriller, wie man sie von Scott Turow oder John Grisham kennt, ist aber nicht nur schlanker, sondern auch dünner als die Texte der populären US-Autoren.
Deutschlandradio Kultur, 01.09.2011
 
Das FBI im Wald
Joe Picket, Figur des amerikanischen Krimiautors Charles J. Box, ist Wildhüter in Wyoming und schlittert in einen bizarren Mordfall. Da die lokalen Behörden sich mit der Aufklärung schwertun, rückt das FBI ein in abgelegene Wildnis und wähnt hinter der Mordtat einen Anschlag rechtsgerichteter Milizionäre auf den Staat. Die Story, die als Outdoor-Thriller begann, mutiert in Box' elegant geplottetem Roman zum handfesten Polit-Krimi und gibt Auskunft über die geistige Verfasstheit eines ganzen Landes.
Deutschlandradio Kultur, 21.07.2011
 
Ethik-Fallen
Nach Easy Rawlins und Socrates Fortlow hat der US-amerikanische Schriftsteller Walter Mosley seinen dritten Private Eye Leonid McGill erfunden, der mehr noch als seine beiden Vorgänger eine Referenz auf die klassischen Muster des Privatdetektiv-Romans ist. Der Ermittler hat nach einem traumatischen Erlebnis mit seiner "dunklen Vergangenheit" gebrochen und versucht sich im "guten Handeln", was in McGills Welt nicht immer auf Gegenliebe stößt.
Deutschlandradio Kultur, 30.06.2011
 
Der Gartenkrimi und das Politische
Buchkultur, Krimi Spezial, Juni 2011
 
Buschfeuer am Horizont
Mit rund zehn Kriminalromanen hat sich der in Südafrika geborene Australier Peter Temple einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Sein neues Werk »Wahrheit« spielt in der Metropole Melbourne, die von Buschfeuern umzingelt ist. Hauptfigur des Romans ist Stephen Villani, Chef der Mordkommissionen des Bundesstaates Victoria, der einerseits die kapitalen Verbrechen in der australischen Metropole aufdecken, andererseits die Probleme mit einer drogensüchtigen Tochter verdecken muss, die seine Karriere gefährden. »Wahrheit« spielt in der grauen Schnittmenge von Aufklärung und Verschleierung.
Deutschlandradio Kultur, 28.04.2011
 
Rekonstruktion fremden Lebens
Nach sechs Jahren Pause kehrt Friedrich Anis Figur Tabor Süden zurück auf die literarische Bühne. In den Süden-Romanen geht nicht um die vordergründige Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Suche nach Verschwundenen oder Vermissten. Als Tabor Süden, der sich die letzten Jahre als Kellner in Kölln verdingte, einen telefonischen Hinweis auf den Verbleib seines vermissten Vaters bekommt, zieht es in zurück nach München, und folgt den verlorenen Spuren.
Deutschlandradio Kultur, 18.03.2011
 
Urgestein des Franco-Regimes
Mit rund zwei Jahrzehnten Verspätung kann man in Deutschland nun die Kriminalromane von Francisco González Ledesma entdecken, dessen Werk neben den Büchern von Andreu Martín und vor allem Manuel Vázquez Montalbán bisher nicht wahrgenommen wurde. Ledesmas Hauptfigur ist der Bulle Inspector Ricardo Méndez aus Barcelona, ein vulgärer und brutaler Typ, der sein Polizeihandwerk unter dem Franco-Regime erlernte und so gar nicht zur Identifikationsfigur taugt.
Deutschlandradio Kultur, 25.02.2011
 
Innenansichten aus dem Politikbetrieb
Seit einiger Zeit veröffentlicht der Berliner Alexander-Verlag anständig revidierte und rekonstruierte Ausgaben der Thriller von Ross Thomas, aus denen sich die wirklichen Qualitäten des eminent wichtigen Autors erschließen. Im zuletzt erschienenen Roman »Der Yellow-Dog-Kontrakt« beschreibt Thomas in kühl beobachtender Prosa die Mechanismen des Politikbetriebs und zeigt, wie man über Lokalpolitik einen Präsidentschaftswahlkampf entscheidend beeinflussen kann.
Deutschlandradio Kultur, 11.01.2011
 
Gangster, Girlies, Serienmörder
Auf knapp 600 Seiten im Duzmodus durcherzählt präsentiert sich der neue Roman Zoran Drvenkars, der entsprechend den Titel »Du« trägt. Der härteste Gangster, der effektivste Serienmörder und fünf Girlies mit Rauschgift, das ihnen nicht gehört, sind hintereinander her und treffen sich zum Showdown in Norwegen. Klingt nach Parodie, ist aber keine - leider.
Deutschlandradio Kultur, 25.11.2010
 
Gepflegte Lemuren
John le Carré erzählt in seinem neuen Roman »Verräter wie wir« eine komplexe Geschichte um internationale Finanzströme. Hauptfigur ist ein russischer Experte für Geldwäsche, der aussteigen will und dem Britischen Geheimdienst sein Wissen gegen Schutz für sich und seine Familie anbietet. Bearbeitet hat le Carré seinen Stoff als heiteren Gesellschaftsroman, wodurch das Werk noch böser wirkt.
Deutschlandradio Kultur, 08.11.2010
 
Privatfehde im Drogenkrieg
In seinem Thriller »Tage der Toten« begleitet der US-Romancier Don Winslow den Drogenfahnder Art Keller ein Vierteljahrhundert und zeigt, wie der einst idealistische Kämpfer gegen das Verbrechen selbst zu einem Unhold mutiert. Winslow ist ein fulminanter Roman über eine Obsession mitten im politischen Irrsinn geglückt.
Deutschlandradio Kultur, 20.10.2010
 
Im Schleppnetz der Geheimdienste
Das Genre des Polit-Thrillers ist traditionell eine Domäne der Männer. Seit einigen Jahren macht die Amerikanerin Jenny Siler mit intelligenten politischen Thrillern auf sich aufmerksam. In ihrem neuen Buch »Verschärftes Verhör« erzählt sie von einer überdrehten Operation im Zuge des Afghanistan-Krieges, bei der ein junger Marokkaner hoffnugslos im Schleppnetz der US-Geheimdienste verheddert.
Deutschlandradio Kultur, 30.09.2010
 
Im Handgemenge mit Jorge Luis Borges und Argentinien ist überall
Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist Argentinien. Dem Event verdanken wir eine Fülle neuer und neuaufgelegter Publikationen aus dem lateinamerikanischen Land. Einen Überblick verschafft Ihnen Thomas Wörtche in gleich zwei Beiträgen.
taz, 21.09.2010 und LiteraturNachrichten Nr.106, Herbst 2010.
 
Kriminalliteratur ist Literatur
Bestandsaufnahme eines Genres. Thomas Wörtche im Interview mit Carlo Bernasconi
Schweizer Buchhandel, Heft 08/2010
 
Krimi-Highlights der Saison
buch-pr, 18.08.2010
 
Drama des vertauschten Kindes
Zoe Beck verbindet in ihrem elegant gebauten Roman »Das alte Kind« zwei alptraumhafte Szenarien: In einem Krankenhaus wird ein sechsmonatiges Baby vertauscht, doch niemand will der jungen Mutter glauben. 30 Jahre danach erwacht eine Frau in einem inszeniert-suizidalem Szenario. Auch Ihre Beteuerung, keinerlei Selbsttötungsabsichten zu hegen, nimmt niemand ernst. Becks kühl, klug und wortgewandt erzählter Psychothriller braucht keinen internationalen Vergleich zu scheuen.
Deutschlandradio Kultur, 28.07.2010
 
Böse Umstände
Andrew Brown, im bürgerlichen Leben Rechtsanwalt und Reservepolizist, gilt als die neue Stimme in der Literatur Südafrikas. Sein zweiter Roman »Würde« ist ein komplexes Werk, das Südafrika kontextualisiert und in Bezug setzt auf andere afrikanischen Staaten. Brown erzählt von nigerianischen Immigranten, die vor der brutalen Realität in ihrer Heimat fliehen und in Südafrika fast paradiesische Zustände mit relativ hohem Wohlstand und relativ geringer Gewalt vorfinden. Doch auch in Südafrika prallen Illusionen und harte Wirklichkeit aufeinander.
Deutschlandradio Kultur, 08.07.2010
 
Sherlock Holmes. Heute?
Krimi-Tipp # 54
Juni 2010
 
Wellen, lang & träge...
Eine kriminalliterarische Momentaufnahme
Buchkultur, Krimi Spezial, Juni 2010
 
Die ganze Welt ein großer literarischer Schauplatz
»Murnaus Vermächtnis« ist der elfte Roman des dreifachen Deutschen-Krimi-Preis-Trägers D.B. Blettenberg und wie seine Vorgänger ebenso wenig ein klassischer Kriminalroman. Beeindruckend ist die thematische Bandbreite des Werkes und die erzählerische Brillanz, mit der Blettenberg die Fülle des Stoffes zu einem knapp 600-Seiten-Roman in präziser, lakonischer Prosa verdichtet.
Deutschlandradio Kultur, 25.05.2010
 
Menschlich, wahr, rührend
Henning Mankell hat das Ende seiner Wallander-Serie angekündigt. Dass sich der Verlust in Grenzen hält, belegt der schwedische Erfolgsautor mit seinem aktuellen Roman: »Der Feind im Schatten« wartet auf mit einem gesuchten und gekünstelten Kriminalfall, der Wallander die Gelegenheit zu einer mäandernden Rückschau über sein Leben, seine Fälle, die Geschichte Schwedens und alles Leid und Weh bietet.
freitag, 12.05.2010
 
Die Essentials des Lebens
In seinem Kriminalroman »Dunkler Gefährte« folgt der US-Autor Jim Nisbet den existentialistischen Spielarten des roman noir, für die Schriftsteller wie David Goodis, Jim Thompson oder Derek Raymond stehen. Stellten diese aber meist soziale Außenseiter ins Zentrum, berichtet Nisbet in seiner schlanken, wortgewaltigen Erzählung von einen zwar arbeitslosen, aber noch einigermaßen wohlsituierten Mann der amerikanischen Mittelschicht, dessen Leben allmählich zerspringt.
Deutschlandradio Kultur, 24.03.2010
 
METROPOLIS - revisited...
Zeitgeschichte online, Februar 2010
 
Vignetten aus dem Low-Life
Der junge dänische Autor Jonas T. Bengtsson liefert mit seinem zweiten Roman »Submarino« tristen Stoff, den Kult-Regisseur Thomas Vinterberg (»Das Fest«) für das Kino umgesetzt hat. Bentsson protokolliert das Leben zweier Verlierer mit furchtbarem familiärem Hintergrund, die selbst wieder neue Opfer schaffen. Der Roman ist kalt und deprimierend, ein tröstlicher literarischer Rahmen fehlt.
Deutschlandradio Kultur, 12.02.2010
 
Der nette Mafioso von nebenan
Frankie Machianno ist ein netter älterer Herr aus San Diego, Kalifornien, der einen Angelladen und einen Wäscheservice für Hotels betreibt. Doch seine Vergangenheit als eiskalter Killer der Cosa Nostra holt Machianno ein, und er muss wieder das tun, wofür er früher gefürchtet war: seine Gegner töten.
Deutschlandradio Kultur, 19.01.2010
 
Duelle, Seeschlachten, Intrigen
Ein Jahr nach dem Tod des amerikanischen Erfolgsautors Michael Crichton erscheint sein Roman »Gold - Pirate Latitudes«, der sich in seinem Nachlass fand. Zu seinem Erscheinen hinkt der Piraten-Schmöker einschlägigen Spaß-Produktionen, wie etwa den »Fluch der Karibik«-Filmen, hinterher. Crichtons ironiefreies Buch hat alles, was man in einem Piraten-Roman erwarten darf, klingt aber nur wie ein merkwürdiges Echo auf einen Trend.
Deutschlandradio Kultur, 30. Dezember 2009
 
Kriminalliteratur als Religionsersatz
Literaturnachrichten Nr. 103, Dezember 2009
 
Gesellschaftsroman mit Mord
860 Seiten dick und gut ein Kilogramm schwer ist der neue Roman »Das Vermächtnis« des amerikanischen Romanciers Nelson DeMille. Das fulminante Werk ist Thriller, Familienpanorama und Gesellschaftsroman über die feinen Kreise auf Long Island, wo sich alteingesessener Geldadel und neu zugezogene Familien der Cosa Nostra reiben. Die Spannung zwischen neuem und altem Geld ist über die lange Distanz des Romans allgegenwärtig, und DeMille baut gekonnt die Frage auf, ob, wann, wo und wie die Gewalt explodieren wird.
Deutschlandradio Kultur, 18. November 2009
 
Zufall als dramaturgisches Schnurrwerk
In Helsinki fallen jede Menge Leichen an - und mitten im Gemetzel befindet sich Ariel Kafka, der einzige jüdische Ermitter der finnischen Kriminalpolizei. Kafka bekommt es mit ziemlich wirren Schauermär zu tun - in den Hauptrollen zufällig viele Juden. In seinem neuen Roman »Ariel. Mord vor Jom Kippur« hat der finnische Autorn Harry Nykänen den Zufall als Handlungselement arg strapaziert.
Jüdische Allgemeine, 12. November 2009
 
Tod und Kontingenz
Der Kriminalroman als Trutzburg der Sinnhaftigkeit des Seins?
Vortrag gehalten auf der Tagung: Unerlöste Fälle. Religion und zeitgenössische Kriminalliteratur. 30. und 31. Oktober 2009 in Basel.
 
Der Vektor von Film zu Roman
Kriminalroman und Kriminalfilm haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts und am Anfang des neuen Jahrtausends eine globale multimediale Präsenz erobert wie fast keine andere Kunst-Form sonst. Dabei ist das Verhältnis von Vorlage und Verfilmung gerade im Bereich der Crime Fiction alles andere als simpel - und ist mit der Zeit eher noch komplizierter geworden.
epd-Film, Oktober 2009
 
Brutaler Gutmensch
Jack Reacher ist kein Ermittler klassischen Zuschnitts, sondern freischaffender Troubleshooter: Wo etwas faul ist, räumt Reacher auf. In Lee Childs neuem Roman »Way Out« hat er seinen zehnten Auftritt. Das klingt nach "Masche", ist jedoch prima funktionierendes Erzählprinzip. Denn Lee Childs Romane spielen an der Schnittstelle von Moral, Legalität und Legitimintät und stecken voller abgründiger Implikationen, die man begeistert zur Kenntnis nimmt.
Deutschlandradio Kultur, 06.10.2009
 
Nette Kleinstadt Stellenbosch
Stellenbosch, Südafrika: Im ausgehenden 17. Jahrhundert führt der holländische Gouverneur Simon van der Stel, Namensgeber des Städtchens, den Weinanbau ein, der zumeist mit der Arbeit der Sklaven realisiert wurde. Stellenbosch heute - eine kleine, normale Kleinstadt, möchte man meinen. Aber eine Kleinstadt, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat.
Der Südafrikaner Andrew Brown verbindet in seinem Roman »Schlaf ein, mein Kind« zwei Handlungsstränge aus zwei Epochen, die erst am Ende miteinander zu tun haben. Und davon wissen Browns Figuren nichts.
Deutschlandradio Kultur, 24.08.2009
 
Duell zwischen Dichter und Despot
Robert Littell, einer der großen amerikanischen Erzähler unserer Zeit, hat mit seinem Roman »Das Stalin Epigramm« das Duell zwischen dem Dichter Ossip Mandelstam und dem Tyrannen Stalin zu einem Roman verarbeitet. Littel arrangiert die Begebenheiten der Jahre 1934 bis 1938 zu einer Art finalem Dialog zwischen Geist und Macht und zeigt, was geschieht, wenn Literatur und Kunst mit der Macht gehen wollen.
freitag, online-Ausgabe, 20.08.2009
 
Quo vadis, Krimi?
In Zeiten von Krise, Verwirrung und Verwahrlosung braucht der Mensch etwas Warmes. Wenn man der Gewalt schon nicht entfliehen kann, dann liest man lieber Krimis, die von Gewalt künden, die es so tatsächlich nicht gibt, der aber eine höherer Sinn anhaftet.
Buchkultur, Jubiläumsausgabe zum 20-jährigen Bestehen, Sommer 2009
 
Schauderhaft & Jammervoll - wenn Krimis stocklangweilig werden...
Vermutlich ist Kriminalliteratur die erfolgreichste Textsortierung seit Erfindung des Kapitalismus. Immer mehr Verlage setzen auf den Trend und warten mit neuen Krimiprogrammen auf. Doch die gnadenlose Überproduktion hat Konsequenzen auf allen Ebenen. Funktioniert das Kalkül nicht, bleiben die Umsätze hinter den Erwartungen zurück, droht eine neue Marginalisierung des Genres.
Buchkultur, Krimi Spezial, Sommer 2009
 
Der Schwerterkönig
Miami in den frühen 80er Jahren: In den Straßen herrschen Verbrechen und Korruption, Bargeld fließt genauso wie Blut. Wo das Verbrechen bereits gesiegt hat, sind Moral und Recht nur leere Worthülsen. In seinem neuen Roman »Der Totenmeister« erzählt der englische Schriftsteller Nick Stone von dem besessenen Cop Max Mingus, der in diesem Vakuum operiert und sich mit dem haitianischen Gangster Solomon Boukman ein einem erbitterten, irrationalem Duell verhakt.
Deutschlandradio Kultur, 24.06.2009
 
Koschere Beißerchen
Vampirromane belegen seit Monaten die Spitzenplätzeplätze der Bestsellerlisten. Auch in Charlie Hustons Romanen wird zugebissen, dass das Blut fröhlich spritzt. Hustons Vampir ist heillos verstrickt ist in die Kämpfe verschiedener Beißer-Clans, die New York City unter sich aufgeteilt haben, wie weiland die "Fünf Familien" der Mafia. Alles dreht sich um Macht und Einfluss und Ideologie.
Jüdische Allgemeine, 18.06.2009
 
Der Ekel des Alltags
Wie in seinen vorherigen Romanen hat der schottische Autor Stuart MacBride mit »Blut und Knochen« einen Serial-Killer-Roman vorgelegt. MacBrides Roman funktioniert allerdings anders als die üblichen Werke des Subgenres, die das Thema bis zum Überdruss durchnudeln: Mit seiner lebensechten "Fleischer"-Figur überdreht er das konventionelle Serienmord-Drama und führt es ad absurdum.
Deutschlandradio Kultur, 04.06.2009
 
Literarische Spurensuche von Watson bis Wallander
Ein Interview mit Thomas Wörtche anlässlich der Feldkircher Literaturtage 2009, die sich mit einer aktuellen Standortbestimmung der Kriminalliteratur beschäftigen. Von Frauke Kühn.
Kultur. Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, 29.04.2009.
 
Glasklare action
Kapstadt, Südafrika, ist eine der gewalttätigsten Städte der Welt und die Apartheid ist noch lange nicht überwunden. Immer mehr südafrikanische Autoren wenden sich dem Kriminalroman zu, um literarisch angemessen mit dieser Hölle umzugehen. Wie Roger Smith, der in »Kap der Finsternis« eine blutige Geschichte aus dem unerträglichen Alltag seines Landes erzählt.
Deutschlandradio Kultur, 22.04.2009
 
Mission Possible im KaDeWe
Komplizierte Einbrüche mit diversen technischen gadgets, wie jüngst der Klunker-Klau im Konsumtempel KaDeWe, sind sexy und elektrisieren die Öffentlichkeit. Das ist der Stoff, aus dem feine Bücher (und Filme) entstehen. Wie weit taugt der Berliner Coup tatsächlich für eine abgezockte urbane caper novel?
freitag, beta-Ausgabe, Februar, 2009.
 
Satanisches Borstentier
Ost-Texas, 1933: Der 15-jährige Richard Dale, der mit seiner Familie in den Wäldern am Ufer das Sabine Rivers lebt, steht vor der größten Herausforderung seines jungen Lebens: Ein gigantischer Keiler - ein mythisch-boshaftes Borstenvieh, in den Sagen der ländlichen Region als "Old Satan" bzeichnet - bedroht die Gemeinschaft. Mit einer Winchester und der Unterstützung seines schwarzen Freundes Abraham begibt sich der Junge auf die Jagd. Joe R. Lansdales Roman »Der Teufelskeiler« klingt nach Mark-Twain-Geschichte mit Faulkner-Touch, doch Lansdales Inszenierungskunst tickt anders.
Deutschlandradio Kultur, 29.01.2009
 
Verschärfte Verhörmethoden
Mit seiner Unterschrift unter eine executive ordersetzt der neue US-Präsident Obama den Folter-Verhören der CIA ein Ende - vorläufig. Ein Sieg der Moral über Politik?
freitag online, Januar 2009
 
Die Methode Dupin
Edgar Allan Poe, dessen 200. Geburtstag dieser Tage gefeiert wird, gilt mit seinen Geschichten um C. Auguste Dupin als der Ur-Ahn der Kriminalliteratur. Bereits Poes erste Dupin-Geschichte "Die Morde in der Rue Morgue" (1841) enhält alle Elemente, die für die klassische Detektivgeschichte bis heute gültig sind, auch wenn die Deduktion des Meister-Detektivs zum leicht überspannten Ergebnis führt, der Täter der Rue Morgue müsse eine Bestie, der Mörder ein Affe sein. Beginnt die Detektivgeschichte schon mit ihrer Parodie?
Welt am Sonntag, 18.01.2009
 
Spannende Gegenden plus spannende Zeiten
Literaturnachrichten Nr 99 ("Megastädte"), Winter 2008
 
Tod auf dem Mond
In »Nachtkrater« schießt Christine Lehmann ihre Figur Lisa Nerz dahin, wohin man sich das ganze Regio-Krimi-Gedöns wünschte - auf den Mond. Wer meint, Krimis haben da oben nichts zu suchen, muss sich eines Besseren belehren lassen: Eine Mondstation eignet sich nicht weniger für einen gelungenen Kriminalroman klassischen Zuschnitts als ein eingeschneiter Orientexpress. Auch im Himmel sind Menschen, die interagieren - und manche sind tot. Parodie? Scherz? "Höherer" Froh-Sinn?
Deutschlandradio Kultur, 18.12.2008
 
Auf der Spur des schmutzigen Geldes
John le Carrés neuer Roman »Marionetten« hat einen Medienhype auf sich gezogen, wie kaum ein anderes Buch des Altmeisters des Polit-Thrillers. Die Aufregung indes kann nicht verbergen, dass »Marionetten« eine grandiose Nummernrevue ist, als Roman aber nicht funktioniert und den Tugenden eines Polit-Thrillers zu wenig Platz gewährt.
Deutschlandradio Kultur, 24.11.2008
 
Nur ein bisschen ketzern...
10 irritierende Spielbällchen zum Thema Gewalt und Kriminalliteratur. Thesen zur Diskussion beim Symposium: "Grenzenlose Gewalt? Gewalt als Medienprodukt, ästhetischer Kick und Skandalon (nicht nur im Kriminalroman)".
1./2. November 2008, Evangelische Akademie Villigst
 
"There is no enough"
Der amerikanische Romancier, Film- und Fernsehautor, Regisseur und Produzent Michael Crichton ist am 4. November 2008 im Alter von 66 Jahre gestorben. Von den Romanen "Nippon Connection" und "Enthüllung" über das multimediale "Jurassic Park" bis zur Fernsehserie "Emergency Room" schuf Crichton eine beeindruckende Fülle erfolgreicher Projekte. Er besaß einen sensiblen Sinn für Themen des Zeitgeistes, die er zu massentauglichen, umsatzträchtigen Gesamtpaketen schnürte. Ein Blick hinter die geschmeidige Erfolgsfassade offenbart, dass Crichtons Bestseller aus Misogynie und beinhartem Patriotismus gewebt sind.
freitag, 07.11.2008
 
Celil Oker und der "Verbrechensraum" Mittelmeer
Über den Zusammenhang von Istanbul mit den Romanen von Celil Oker, die in Istanbul spielen und Kriminalromane sind und diese wiederum in Verbindung bringen mit dem gesamten Mittelmeerraum. Ein Vortrag, gehalten anläßlich der Ringvorlesung "Europa im Krimi", Wintersemester 2008/2009, TU Darmstadt, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft.
 
Die Schäbigkeiten am Rande
Die seltsamen Romane des Iain Levison
freitag, 17.10.2008
 
Adamsberg und der Widder
Fred Vargas, Superstar der französischen Krimi-Szene, kommt mit einem neuen Buch, das nicht wirklich neu ist: »Das Zeichen des Widders« war in Frankreich schon zu einer Zeit erschienen, als man noch mit Francs bezahlen konnte. Die Krimi-Leser werden überrascht sein, für 22.95 Euro ein Buch mit relativ wenig Text, dafür aber mit vielen Bildern zu bekommen. Denn Vargas Buch ist kein Roman, sondern eine Graphic Novel, mit Zeichnungen von Edmond Baudoin. Vargas und Baudoin erzählen eine schlichte Geschichte, die sie in ihrer komplexen, variationsreichen Sprache aus Bildern und Text spannend, witzig und anrührend vortragen.
Deutschlandradio Kultur, 14.10.2008
 
Deperados mit schickem Nimbus
freitag, 15.08.2008
 
Die Gunst der Justitia
John Grishams neuer Roman »Berufung« beginnt dort, wo andere Romane aufhören - dem Sieg der Guten gegen die Bösen. Die Ärmchen zwar tief in der Klischeekiste vergraben, illustriert Grishams Buch jedoch in schnörkelloser Kenntlichkeit: Wie kauft man sich ein Gericht?
Deutschlandradio Kultur, 12.08.2008
 
Auf der Welle des Tartan Noir
Mit Val McDermid, Ian Rankin, Stuart MacBride und anderen hat sich der Kriminalroman schottischer Provenienz zu einem erfolgreichen Label in der Kriminalliteratur entwickelt. Jetzt folgt die Debütantin Caro Ramsay aus Glasgow, die zwar eine wenig plausible Geschichte erzählt, sich aber mit wohl kalkulierten Schreibe auszeichnet, die auf die Intergration unterschiedlicher Zielgruppen setzt.
Deutschlandradio Kultur, 18.07.2008
 
Was hilft, viele Bücher zu verkaufen?
Buchkultur, Krimi Spezial, Sommer 2008
 
Der Anti-Zeitgeist in Person
Manfred Wieningers Marek-Miert-Romane.
Literatur und Kritik, September, 2007
 
Verbrechensfolklore und Sinndeutung
Der "Fall Almstetten" und andere schaurige Begebenheiten in Österreich rufen die Kultursemiotiker auf den Plan.
Freitag, 16.05.2008
 
Die kleinen Strolche des Neo-Liberalismus
Kurz nach den schaurigen Mehrfachmorden von Duisburg erscheint Roberto Savianos Camorra-Buch »Gomorrha«. Das Buch und die öffentliche Debatte nach den Attentaten an der Rhur folgen einer bizarren Inszenierung: Die Mafia, die Medien und wir.
Freitag, 07.09.2007
 
Desaster as usual
Zur ungeklärten Nachbarschaft von Science Fiction und Kriminalliteratur.
Das Science Fiction Jahr 2007, Heyne, 2007
 
Tod eines operativen Aufklärers
Kurz nach dem Aufsehen erregenden Plutonium-Tod des russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko erscheint ein Buch, das sich der Mord-Affäre annimmt. Der Text indes ist kaum weniger bizarr, als der behandelte Fall selbst.
Freitag, 10.08.2007
 
Vom romantischen Revolutionär zum blutig-spießigen Gastwirt
Massimo Carlottos Roman »Arrivederci amore, ciao« ist ein geschmackloses, überflüssiges Buch
Freitag, 23.03.2007
 
Tod durch Erfolg?
Freitag, Buchkultur, Juli 2007
 
Rätsel Ripley oder Ripley, revisited
Die Rätselhaftigkeit der Highsmith'schen Figur Ripley ist topisch. Doch ist die Figur tatsächlich so enigmatisch?
Ein Beitrag, erschienen im Krimijahrbuch 2006 (Nordpark Verlag).
 
Das Mörderische & das Komische
Vortrag, gehalten auf der Tagung"Schöne Kunst? Simple Kunst? Keine Kunst? Zur Ästhetik der Kriminalliteratur." 31.10. - 1.11. 2006 in Haus Villigst, Schwerte.
 
Die Peinigung der Begriffe - Ein Mord, den jeder begeht
Ein Vortrag, gehalten auf dem 5. Symposium der Heimito-von-Doderer-Gesellschaft "Doderer, das Kriminelle und der literarische Kriminalroman", 08. bis 10.09.2006 im Literarischen Colloquim Berlin.
 
10 German Essentials
Die deutsche Literaturgeschichte wimmelt von "Verbrechensdichtung". Das nicht alles, was Erfolg hat, auch wirklich wichtig ist, ist eine Binsenweisheit. Wer oder was ist denn nun wichtig in der deutschen Kriminalliteratur? Eine kleine Autoren-Hitlist, in der Reihenfolge ihres Auftretens auf der literarischen Bühne.
(Bücher Spezial, Herbst 2006)
 
Designermorde
Easy Reading mit schick designten Metzeleien erfreut sich großer Beliebtheit. Technisch einwandrei gestylte Produkte, ohne jeden Erkenntniswert über Mensch und Gesellschaft, holen den Leser da ab, wo ihn das avanciert Marketing vermutet. Eine Tütensuppe allerdings bleibt eine Tütensuppe, auch wenn man sie als Gourmet-Terrine verkauft.
(Buchkultur, Krimi Spezial, Sommer 2006)
 
Wo Schutz nötig ist, ist Schutzgeld nicht weit
Der englische Historiker John Dickie beleuchtet in seinem Buch »Cosa Nostra« die Geschichte der Mafia und versucht, zumindest historisch ein bißchen Ordnung in die blutige Angelegenheit zu bringen
(Freitag, 16.06.2006)
 
Von den Opfern bleiben nur Häppchen
Hannibal Lecter hat Schule gemacht - das "Böse" wird zum Faszinosum stilisiert.
(Neue Westfälische Zeitung, 24.05.2006)
 
Kriminalliteratur und Dritte Welt
Das exotische Setting, der tui-touristische Blick in vielen Kriminalromanen, ist oft nur marktstrategischen Überlegungen geschuldet, unbequeme Literatur aus der Dritten Welt, die das Postkartenbild stört, hat kaum eine Chance.
(Einleitung einer Sonderausgabe der Zeitschrift iz3w, 2005)
 
Willkommen in der Realität
Nach dem Prinzip des Outsourcings hat die Politik viele Kompetenzen an die Wirtschaft abgegeben und konzentriert sich auf das Thema Innere Sicherheit. Die Wirtschaft zeigt sich geistig-moralisch gewendet - Mitnahmementalität und Korrupiton bestimmen das Bild.
(Freitag, 05.08.2005)
 
Nach dem Erfolg kommt die Spaghettisierung
Beobachtungen zum Krimimarkt.
(Buchkultur, Heft 99, Juni/Juli 2005)
 
Die Leidenschaft als literarisches Trüffelschwein
Ein Vortrag über lateinamerikanische Literatur in der metro-Reihe des Unionsverlags.
 
Die Weltkarte der Kriminalliteratur ist globaler als es scheint
Seit den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts schreiben Krimiautoren über Mord- und Totschlagauch an den entferntesten Schauplätzen. Eine kleine Übersicht.
(Asphalt, Straßenmagazin, Dezember 2004)
 
Crime Fiction in Umbruchgesellschaften.
Kriminalliteratur hat sich wesentlich in funktionierenden demokratischen Gesellschaften entwickelt. Thomas Wörtche mit einem kleinen Ausblick auf die sich entwickelnde arabische Kriminalliteratur.
(ZENITH - Zeitschrift für den Orient, Literatur Spezial, Herbst 2004)
 
Ohne Tradition keine breite Kultur.
Der deutsche Krimi ist irrelevant und unglücklich und hat sich irgendwo zwischen überzogenem Anspruch und freiwilliger Anspruchslosigkeit verheddert.
(Bücher, Herbst 2004)
 
Wo kein Wissen ist und keine Ahnung...
Kultur hebt. Auch den Kriminalroman?
(Buchkultur, Sommer 2004)
 
Der Fluch des Krimis.
Thomas Wörtche über den Roman »Ost Highway« von Stefan Maelck.
(Freitag, 14.05.2004)
 
Genre? Wozu? - Überlegungen zum Begriff.
Leicht überarbeitete Druckfassung eines Vortrags, gehalten auf der Konferenz "Phantastik - Okkultismus - (Neo-) Mystik" an der Palack-Universität in Olmütz im November 2003
 
Spione auf hoher See.
Patrick O'Brians Aubrey/Maturin-Romane sind alles andere als schlichte Krawumm-Schmöker.
Mit einer Bibliographie.
(Sonntagszeitung, 23.11.2003)
 
Eine Zeit in Schwarz-Weiß.
Thomas Wörtche über David Grands Roman »Körperfluchten«
(Freitag, 10.10.2003)
 
Präzise zeittypisch und dennoch zeitlos präzise.
Ein Vortrag zum 100. Geburtstag Georges Simenons
 
Zwischen Dessous und Jägerzaun.
Thomas Wörtche über die Dialektik des Marketings
(Buchkultur, Juli 2003)
 
Verwerfungen in unserer Realität.
Thomas Wörtche über Stephen King
(Freitag, 02.05.2003)
 
Kein Trost, nirgends.
Am 19.12.2002 wäre Jean-Patrick Manchette 60 Jahre geworden. Von Thomas Wörtche
(Sonntagszeitung, 15.12.2002)
 
Ein Superheld nach dem Geschmack seiner Zeit.
Thomas Wörtche über die Neuausgabe der Shaft-Romane von Ernest Tidyman
(Freitag, 22.11.2002)
 
Zweifel als Methode.
Thomas Wörtche über Stefan Howalds Eric Ambler-Biographie
(Sonntagszeitung, 17.11.2002)
 
Obskur und unwichtig.
Thomas Wörtche über Reclams Krimi-Lexikon
(Sonntagszeitung, 06.10.2002)
 
Legenden sind resistent gegen die Trivialitäten des Details
Thomas Wörtche über Frederick J. Spencer: Jazz and Death
(Titel Magazin, September 2002)
 
Populär und unwichtig
Das Genre spielt keine Rolle mehr
(Buchkultur, August 2002)
 
Amazing Anchorage
Thomas Wörtche im Interview mit Stan Jones über seinen Roman Gefrorene Sonne, über Chuckchi und kulinarische Eskimo-Eigenarten wie Muktuk und Mikiuk
 
Mangelnde Literarizität taugt nicht mehr als Differenzkriterium
Über Thomas Hettche und seinen Roman »Der Fall Arbogast«
(Freitag, 14.12.2001)
 
Bröckelt die anglo-amerikanische Dominanz?
Zu einem Paradox und einer optimistisch stimmenden Dialektik auf dem Krimimarkt
(Buchmarkt, Juni 2001)
 
Der Radikale
Über John Le Carré und seinen Roman »Der ewige Gärtner«
(Die Woche, 12.04.2001)
 
Juristen mit flinkem Schreibprogramm
Über Scott Turow und seinen Roman »Die Gierigen und die Gerechten«
(Die Woche, Juli 2000)
 
Mafia-Folklore
Über Ulrich Schmid und seinen Roman »Der Zar von Brooklyn«
(Freitag, 19.05.2000)
 
In alle Ecken der Edinburgher Gesellschaft gucken
Über Ian Rankin und seinen Roman »Der kalte Hauch der Nacht«
(Die Woche, 2000)
 
Das Grauen unter der provinziellen Ordnung
Über Ulrich Ritzel und seinen Roman »Schwemmholz«
(2000)
 
Der kriminelle Kontext des Jazz
Über die Louis Armstrong-Biographie von Lawrence Bergreen
(Plärrer, 2000)
 
Das Herbstangebot an "U-Literatur", Abteilung Kriminalromane
Agatha Christie, James Ellroy, James Sallis, Ulrich Ritzel, Pierre Magnan, James Lee Burke und Sàndor Tar.
(Die Woche, 05.11.1999)
 
Die Nobilitierung des Trivialen
Über Henning Mankell
(Freitag, 20.08.1999)
 
Der Literaturbetrieb als Agent von Lüge, Betrug und Heuchelei
Über Patrícia Melo und ihren Roman »Wer lügt, gewinnt«
(Die Woche, 1999)
 
Sandkörnchen in der gut geölten Geldwaschmaschine
Über John Le Carré und seinen Roman »Single & Single«.
(taz, Mai, 1999)
 
Am Rande der Spaghetti-Opern
Rich Cohen und sein Buch »Murder Inc. oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn«
(Tagesspiegel, 21.03.1999)
 
"Mit Agatha Christie hat der Krimi gesunde rote Bäckchen bekommen"
Über das Jahrhundert der Kriminalliteratur
(Tagesspiegel, 10.01.1999)
 
Bedürfnisbefriedigung mit hoher Spektakelquoter
Der neue Politthriller als literarische Schrumpfform. Thomas Wörtche über Daniel Silva und Christopher Reich.
(Die Woche, Dezember 1998)
 
Direkt auf den Markt bezogen
Über Philip Kerr, Till Bastian, Patrick Dillon, John Straley, James Crumley und Dennis Lehane.
(taz, 12.12.1998)
 
Der Overkill des Krimimarktes
Sammelbesprechung zu Tom Zürcher, Magdalen Nabb, Henning Mankell, Robert Harris, Carl Hiaasen und Paco Ignacio Taibo.
(Die Woche, Dezember 1998)
 
Aufklärung muss sich an den existentiellen Außenseitern beweisen
Über Chester Himes
(taz, 16.09.1998)
 
Die Krimiformel als Gleitcreme für Bestseller
Über das Aufgießen reihenhauskompatibler Erfolgsrezepte
(Süddeutsche Zeitung, 1998)
 
It Does Make Sense!
Chester Himes und das 20. Jahrhundert
(Wespennest, 1998)
 
Die Straßen von Baltimore
Über die Fernsehserie »Homicide«
(Freitag, 1998)
 
Das Gesetz der Serie
Über Sara Paretsky und ihren Roman »Geisterland«.
(taz, 25.04.1998)
 
Ratlos im Angesicht der Komplexion Lateinamerikas
Über Nicholas Shakespeares Roman »Der Obrist und die Tänzerin«.
(taz, März 1998)
 
Ein Index interessanter Themen
Über die Kultzeitschreift "du" und ihre John Le Carré-Ausgabe.
(taz, März 1998)
 
Anschlag auf die Schlabberpackung
Produkterpressung - die kleinkriminelle Lumpiversion des großkapitalen Alltagsgeschäfts
(taz, 21.02.1998)
 
Brennende Häuser statt blühende Landschaften
Über die Gewaltdebatte in der gesamtdeutschen Gesellschaft
(taz, Januar 1998)
 
Aus dem Bauch der Bestie
Über Patricia Melo und ihren Roman »O Matador«.
(taz, 09.01.1998)
 
Eric Ambler und die Poetik des Pragmatischen
Willkommen in der vieldeutigen Welt Eric Amblers!
(1997)
 
Le Grimmi est arrivé!
Zur heiteren Unbefangenheit im Umgang mit kriminalliterarischen Texten oder Warum ich Grimmis hasse.
(taz, 1997)
 
Zu welch finst'rer Ranküne ist der Mensch fähig?
Sammelbesprechung zu Carl Hiaasen, Laurence Shames, Don Winslow, D.B. Blettenberg, Patricia Melo und Robert Farrars.
(Die Woche, 1997)
 
Renaissance des Erzählens? - Im Kriminalroman?
Ein Vortrag, gehalten innerhalb der Reihe Renaissance des Erzählens? am 19.11. 1997 an der Gerhart-Mercator-Universität Duisburg
 
Das Versagen der Kategorien
Über Georges Simenon. Vortrag, anläßlich des Symposiums "Poetik und Ästhetik-Diskussion im europäischen Kontext" an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, gehalten am 12.11.1997
 
Lachen kann furchtbar gefährlich sein
Über Carl Hiaasen und seinen Roman »Stürmische Zeiten«.
(taz, 01.11.1997)
 
Tod einer Blueslegende
Über Walter Mosleys Roman »Mississippi Blues«.
(taz, 15.10.1997)
 
Schach dem König
Über Michael Dobbs und seine Trilogie um einen elegant-bösartigen Prime Minister.
(taz, 12.09.1997)
 
Krimis als Vorwand
Über Robert Carter, Joyce Burditt, Janet Evanovich und Robert Crais.
(Lektüren, wahrscheinlich September 1997)
 
Ist Spionage sexy?
Über Robert Farrar, Keith Baker und Brian Moore.
(Lektüren, wahrscheinlich September 1997)
 
Schneiderlein in der Klemme
Über John Le Carré und seinen Roman »Der Schneider von Panama«.
(taz, 23.08.1997)
 
Mit Bosheit, Gift und Galle
Über Ben Elton und seinen Roman »Popcorn«.
(taz, 18.08.1997)
 
Zwischen nightmare und fun
Die heitere Absurdität in den Romanen William Marshalls.
(taz, 23.06.1997)
 
Tu Felix Britannia
Der Thatcherismus und seine ästhetischen Folgen. Zu einer Debatte in Großbritannien.
(taz, 12.05.1997)
 
Urinale im La-La-Land
Über Robert Eversz und seinen Roman »Shootin Elvis«.
(taz, 07.05.1997)
 
Frivole Spielereien mit Blut und Tod
Über Gewalt als massenmediale Erfolgsformel
(Psychologie heute, Heft 1, 1997)
 
Die Verweigerung von Eindeutigkeit
Obwohl der argentinische Illustrator Alberto Breccia mittlerweile (posthum) auch hierzulande hoch gehandelt wird, hat man über seinen Beitrag zur Ästhetik des 20. Jahrhunderts selten nachgedacht.
(1996)
 
Die Moral des Police Departments
Über Robert "Bob" Leuci.
(WDR, 1996)
 
Von Madison, Wisconsin, nach Barcelona, Catalunya
Über David C. Hall
(WDR, 1996)
 
Geistig-moralisch gewendet
Über Mickey Spillane und den Hamburger Rotbuch Verlag
(Frankfurter Rundschau, Oktober 1996)
 
Phantasmagorisches Monumentalpuzzle
Über Paco Ignacio Taibo und seinen Roman »Vier Hände«
(Wochenpost, 1996)
 
Barcelona als halluzinierte Topographie des Wahnsinns
Über Andreu Martín
(Süddeutsche Zeitung, 1996)
 
Zwischen medialem Getöse und politischem Ränkespiel
Über über Jerry Oster und seinen Roman »True Love«
(Wochenpost, 1996)
 
Schwarze Musik - funkenschlagende Literatur
Über Walter Mosley und seinen Roman »Black Betty«
(Wochenpost, 1996)
 
Crackersüchtig
Über eine Fernsehserie, die sich zum heimlichen Straßenfeger entwickelte
(Wochenpost, 1996)
 
Das Netzwerk der gegenseitigen Vorteilnahme
Über Jürgen Roth und sein Buch »Der Sumpf«
(Freitag, 1996)
 
Eine verzweifelt komische Bestandsaufnahme des Alltags
Über Milena Moser und ihren Roman »Mein Vater und andere Betrüger«
(Freitag, 1996)
 
Reale Killer und literarische Nachfolgetäter
Über Eoin McNamee und seinen Roman »Belfaster Auferstehung«
(Freitag, 1996)
 
Mit Wollust und präziser Erzählökonomie
Über John Harvey und seine Charlie Resnick-Romane
(Plärrer, 1996)
 
Chronique Scandaleuse
Über Didier Daeninckx
(Frankfurter Rundschau, September 1996)
 
Detektive heißen nun mal Flanagan
Über Andreu Martíns und Jaume Riberas Detektviromane für Jugendliche
(Freitag, 1996)
 
Verbrechensdichtung
Über Theodor Fontane
(Freitag, 1996)
 
Ein Inferno der Erzählökonomie ohne Sinn und Verstand
Über Tom Clancy und seinen Roman »Ehrenschuld«
(Freitag, 1996)
 
Langweiler langweilen, ungeachtet ihrer Disposition
Über Patricia Highsmith und ihren letzten Roman »Small g« - eine Sommeridylle
(Frankfurter Rundschau, September 1995)
 
Verfechterin des bösartig-schrägen Blicks
Über Minette Walters
(Buchjournal, 1995)
 
Großes Reinemachen vor dem Machtwechsel
Über Ross Thomas und seinen Roman »Die im Dunkeln«
(Freitag, 1995)
 
Die Welt in Ordnung bringen
Die neuen Ladies in der Kriminalliteratur. Über Minette Walters, Martha Grimes, Elizabeth George & Co.
(Freitag, 1995)
 
Im Zentrum der gemeinen weiblichen Tradition
Über Patricia Highsmith
(Freitag, 1995)
 
Von der harmlosen Rätselform Krimi zur vielfältigen Kriminalliteratur
(Ein Vortrag, 1995)
 
Nach bestem Wissen und Gewissen schreiben, was in der Imagination passiert
Thomas Wörtche im Gespräch Jerry Oster.
(Sirene, 1994)
 
Aus der aktiven in die fiktive Politik
Thomas Wörtche im Gespräch mit Ross Thomas.
(1994)
 
Von der subversiven Komik der verkehrten Welt
Über Harold Nebenzal und seinen Roman »Café Berlin«.
(Freitag, 1994)
 
Plaudern über das Böse
Über Andrew Vachss und Claus Leggewie.
(Freitag, 1994)
 
Realistische Romane haben keine Chance gegen New York
Thomas Wörtche im Gespräch mit Jerome Charyn.
(Freitag, 1994)
 
Ein Romancier muss die Wohlhabenden verstören
Thomas Wörtche im Gespräch mit Thomas Adcock
(Freitag, 1994)
 
Kleinstadtfarce mit tödlichem Ausgang
Jacques Tardi und seinen Comiczyklus »Tödliche Spiele«
(Freitag, 1994)
 
Krieg nach den Bedürfnissen der Medien
Über Larry Beinhart und seinen Roman »American Hero«
(Freitag, 1994)
 
Das Drama der bekennenden Literatur
Thomas Wörtche über André Brink und seinen Roman »Zeit des Terrors«
(Frankfurter Rundschau, 1994)
 
Die Semantik des Smalltalk
Thomas Wörtche im Gesprächsversuch mit Elizabeth George
(1994)
 
Jenseits der Gattungskonventionen
Über Elmore Leonard und seinen Roman »Alligator«
(Freitag, 1994)
 
Kriminelles Schrumpfpanorama
Über Tony Parker und sein Buch »Leben um Leben«
(Freitag, 1993)
 
Männlicher Schrott und weiblicher Schotter
Über Joyce Thompson und ihren Roman »Endspiel mit Dame«
(Freitag, 1993)
 
Kriminalliteratur erkundet neue Wege des Erzählens
Zur Realismus-Debatte
(Freitag, 1993)
 
Was Sie schon immer über die Mafia gewusst haben
Über paar Bücher zur Mafia
(Plärrer, 1993)
 
Deutliches Anschwellen der Blutströme in der Crime Fiction
Der reduktionistische literarische Umgang mit der Gewalt. Über Andrew Vachss, James Ellroy und Derek Raymond
(Weltwoche, 1992)
 
Das charakteristische Verhältnis der Amerikaner zur Gewalt
Thomas Wörtche im Gespräch mit Jeremiah F. Healy
(Frankfurter Rundschau, Mai 1992)
 
Ein doppelter Sprengsatz mit Zeitzündereffekt
Über Jorge Ibargüengoitia
(Frankfurter Rundschau, 1992)

 

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