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Thomas Wörtches Leichenberg 05/2012
»Tage des Bösen« (C. Bertelsmann) war der erste Roman von Peter Temple, den ich gelesen habe. Das war so ca. 2002, 2003, der Originaltitel meinte etwas leicht anderes »In the Evil Day«. Und ich war beeindruckt. Zehn Jahre hat es jetzt also gedauert, bis dieses grandiose Buch endlich ins Deutsche übertragen wurde und siehe, es ist kein bisschen gealtert und funktioniert immer noch mit der gleichen Wucht, mit der gleichen Dynamik, mit der gleichen Coolness. Auch die Geschichte ist heute so spannend wie damals: Es geht um eine gründliche Aufräumaktion, nachdem die sehr unappetitlichen Details einer konzertierten Aktion von US-Elite-Militärs, Pharmalobby und anderen interessierten Kreisen ans mediale Tageslichte zu kommen drohen. Man hatte damals versehentlich ein Dorf in Angola mit Biowaffen vernichtet, was in der Perspektive der Täter ein einfacher Kollateralschaden war, zumal man das falsche Dorf erwischt hatte, aber ooops, shit happens...
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Thomas Wörtche: Terror-Szenarien
Jenseits aller Italo- und Mafia-Klischees haben die Autoren Giancarlo de Cataldo und Mimmo Rafele einen verstörenden Politthriller geschrieben, in dem rechtsgerichtete Polizei-Einheiten Terror und Angst verbreiten, um das Land von allen Elementen zu säubern, die ihnen störend erscheinen. Der Ordnungsfraktion entgegen stellt sich eine verfassungspatriotische Fraktion in der italienischen Polizei, die mit nicht minder schmutzigen Tricks zu Werke geht. De Caldo und Rafele ist eine düstere Dystopie gelungen, die man durchaus für real halten könnte.
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Thomas Wörtche: Die CIA am Nasenring
Mit seinem aktuellen Roman »Der Deal« präsentiert sich der amerikanische Journalist und Politthriller-Autor David Ignatius in Höchstform: Ermüdet von der langwährenden Inkompetenz der CIA, so schreibt er in seinem neuen Roman, installiert die Obama-Administration einen neuen Schatten-Geheimdienst, der hauptsächlich mit unendlich vielen Dollars Bewegung bringen sollen in die globalen Konfliktzonen. Wie generiert man viel Geld für einen Dienst, der sich der demokratischen Kontrolle entzieht? Wie verhindert man, dass ein Dienst, der mit derartig viel Geld operiert, zu einem Selbstbedienungsladen verkommt?
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Thomas Wörtches Leichenberg 04/2012
»Der Deal« (rororo) heißt der neuen Polit-Thriller von David Ignatius, dem Washington - und Washington-Post-Insider, dessen Romane mit sehr genauen Kenntnissen der amerikanischen Geheimdienstszene brillieren. Und die geht bekanntlich die ganze Welt etwas an. So auch hier: Die Obama-Regierung misstraut der alten Central Intelligence Agency, die sich selbst genug disqualifiziert hat. Eine Art Parallel-Dienst wird aufgezogen, der noch ultrageheimer ist als andere ultrageheime Organisationen. Ihr Job: Den Krieg in Afghanistan und Pakistan nicht mehr vornehmlich mit Gewalt zu führen, sondern einfach die entscheidenden Leuten vor Ort mit Geld derart zu überhäufen, dass sie jede Lust verlieren, gegen die Hand die sie füttert, also die USA, resp. "den Westen" vorzugehen...
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Bianca Reineke: Land und Stadt und Mord
Ann Granger ist eine auffallend flexible Schriftstellerin: Zunächst verfasste sie ein gutes Dutzend historischer Liebesromane, bevor sie sich der Kriminalliteratur zuwandte. Populär wurde sie mit den Kriminalromanen um Meredith Mitchell & Alan Markby, die in fünfzehn Büchern auf Verbrecherjagd gehen. Die Mitchell & Markby-Romane sind in der Provinz angesiedelte Bücher und stehen in der Tradition britischer Landhaus-Krimis. Anders funktionieren Grangers Romane um die arbeits- und zeitweilig obdachlose Schaupspielerin Fran Varady aus London. Wiederum Neuland betritt sie mit einer Reihe historischer Krimis, die im viktorianischen England spielen, und eine - vorerst - letzte Wendung nimmt ihr Schaffen, mit den den Romanen um die Polizistin Jessica Campell, in denen Ann Granger ihrem Publikim ihre erste professionelle Ermittlerfigur präsentiert.
In einem Interview mit Bianca Reineke gibt die englische Autorin Auskunft über ihre literarisches Schaffen und die Hintergründe ihrer Figuren.
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Autoren-Infos: H.R.F. Keating
Henry Reymond Fitzwalter Keating, wird am 31 Oktober 1926 in St. Leonards-on-Sea, East Sussex, geboren. Der distinguierte Name ist seinem Vater geschuldet, ein Schulmeister, der gerne selbst als Schriftsteller reüssiert hätte und der Überzeugung war, dass pompöse Initialien auf einem Buchdeckel eindrucksvoll wirken. Keating besucht die Merchant Taylors' School in Middlesex, Greater London, doch schon mit 16 Jahren verlässt er die Schule und verdingt sich bei der BBC als Techniker...
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Autoren-Infos: Harlan Coben
Harlan Coben, geboren am 04. Januar 1962, wuchs auf in Livingston, New Jersey. Er studierte Politikwissenschaft am Amherst College und arbeitete in der Reise-Firma, die seinem Großvater gehörte, bis er mit seinen Romanen reüssierte. Coben veröffentlichte zunächst zwei leidlich erfolgreiche stand-alones, bevor er seinen erfolgreichen Serien-Charakter mit dem merkwürdigen Namen Myron Bolitar ersann...
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